Bischof Stecher Gedächtnisverein

Kirche St. Nikolaus in Velipoje in Albanien

Bischof Reinhold Stecher war nicht nur Ehrenbürger der Stadt Innsbruck, sondern auch Ehrenbürger von Velipoje. Mit seiner Hilfe wurde in Albanien auch eine Kirche gebaut.

Die Bevölkerung in Velipoje hat sich eine Kirche gewünscht, und sie hat sie bekommen. Dank einer großangelegten Hilfsaktion, die eine Gruppe von Tirolern (Pfarrer Erwin Gerst, Walter Schrott, Alois Wegscheider, Maria und Walter Zwicknagl) initiiert hat. Sie gewinnen Bischof Reinhold Stecher für ihr Anliegen, er stellt Bilder für eine Bausteinaktion zur Verfügung. Über den Verkauf 4000 handsignierter Exemplare kommt viel Geld zusammen, Geld, mit dem der Kirchenbau im „Armenhaus Europas“ finanziert werden kann. „Es freut mich, wenn wir in Tirol ein wenig mithelfen können, dass ihr ein schönes Gotteshaus bekommt. Aber viel wichtiger als das Geld und der Bau ist euer Gebet, eure Gemeinschaft und ein lebendiger Glaube“, schreibt Stecher an die Gemeinde von Velipoje, die nach der Zeit des Kommunismus daran geht, pfarrliche Strukturen neu aufzubauen.

Im Mai 1996 wird der Grundstein gelegt, im September 1999 wird die Kirche St. Nikolaus eingeweiht. Überschattet wird das freudige Ereignis allerdings vom Krieg im nahen Kosovo und der damit verbunden Flüchtlingswelle. Velipoje nimmt hunderte Flüchtlinge auf, die Dorfbewohner fristen ein karges Leben. Und die Tiroler helfen weiter, auch mit medialer Unterstützung der Tiroler Tageszeitung. Wasserleitungen werden gebaut, Klassenzimmer eingerichtet, die medizinische Versorgung wird verbessert. Zuckerln für die Kinder gibt es auch – die bringt Bischof Stecher bei seinen Besuchen persönlich mit.

Das Wunder von Velipoje

Kirche St. Nikolaus in Velipoje in Rumänien

Seit 2015 hat das Gotteshaus auch einen Turm, Tiroler Handarbeit. Zum Gottesdienst läuten vier Tiroler Glocken, geliefert von der Firma Grassmayr in Innsbruck. Die Freude über dieses „Wunder von Velipoje“ klingt im wahrsten Sinn des Wortes - bis heute nach. Faleminderit – danke!

Hinweis: Der Film „Das Wunder von Velipoje“ von Egon Frühwirth, Wörgl.

Zum Nachschauen

„Als ich über Intervention von sozial wachen Journalisten daranging, auf Bitten einer armen Gemeinde in Albanien eine Kirche zu bauen, nahm der Architekt kein Honorar, ein Großunternehmer übernahm Dach und Kirchenboden, eine Glasmalereischule die Fenster und sechs Tiroler Zimmerleute wuchteten in ihrem Urlaub den großen, erdbebensicheren Dachstuhl mit 22 Meter langen Spannhölzern hinauf. Und die Zillertaler Schürzenjäger bezahlten den teuren Transport ...
Damals herrschte in Albanien bittere Armut und Wassernot mit Handpumpen neben dem Misthaufen und Familien mit vielen Kindern. Ohne überwältigenden Großmut im Hintergrund hätte ich nichts verändern können. Es gab da einen Ingenieur und seinen Sohn aus Bayern. Sie planten und leiteten das Wasserprojekt für einige tausend Menschen, flogen immer wieder nach Albanien, besorgten den Einkauf und den Transport des Materials, der Elektropumpen, der Rohre und der Brunnensäulen und führten die ganze Installation vor Ort durch. Als ich den beiden das Honorar für die jahrelange Tätigkeit übergeben wollte, haben sie abgelehnt: Sie nähmen kein Geld, denn dies sei die schönste Arbeit ihres Lebens gewesen."

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