Liebe Gläubige!
Das Marianische Jahr ist seit dem Pfingstsamstag 1987 in der ganzen Weltkirche verkündet. Es ist nicht unbedingt notwendig, dass solche Impulse mit spektakulären Großveranstaltungen gefeiert werden müssen. Die Wallfahrten zu unseren Gnadenbildern in unserer Heimat und in anderen Ländern sind sowieso in einer gewissen Blüte und werden sehr gut besucht.
Aber es gäbe einen weitum vergessenen Brauch, der recht einfach zu beleben wäre. Dreimal täglich läuten die Glocken zum Engel des Herrn. Sie tun es immer noch, aber ich vermute, dass sie es nicht mit allzu großem Erfolg tun.
Und dabei ist es ein kurzes Gebet, nicht mehr als ein Innehalten, und dieses Gebet von der Botschaft des Engels vergegenwärtigt uns wirklich die Mitte unseres Glaubens, das größte Ereignis der Weltgeschichte, die Menschwerdung Gottes. "Und das Wort ist Fleisch geworden, und hat unter uns gewohnt ..."
Mir scheint, es wäre viel geschehen, wenn die Botschaft der Ave-Glocken wieder ein Echo in unseren Herzen erhielte. Das wäre wichtiger als eine große Festveranstaltung, die einmal stattfindet und dann wieder vergessen wird.
Vielleicht bekäme der "Engel des Herrn" wieder Platz in unseren Zusammenkünften, beim Pfarrgemeinderat, in derJugendgruppe, in der Familie, bei der Andacht in der Kapelle, in der Frauenrunde, bei der Ministrantenstunde ...
Und wer es persönlich versucht, dieses heilige Innehalten in den Alltag hereinzunehmen, sei es am Schreibtisch, auf dem Traktor am Feld, beim Heimweg vom Arbeitsplatz oder am Steuer des Wagens, der wird vielleicht deutlicher spüren, dass uns der erlösende Gott und die Fürbitte seiner heiligen Mutter umfangt.