Noch vor Ausbruch des Ukraine-Krieges hat der Gedächtnisverein darum gebeten, zum 100. Geburtstag von Bischof Reinhold Stecher die Benefizaktion „Talenteförderung“ zu unterstützen und jenen Kindern im Land zu helfen, die es schwer im Leben haben. Viele zeigen Herz und spenden 35.000 Euro. Damit erhöht sich die Gesamtspendensumme des Vereins seit der Gründung auf über 300.000 Euro.
„Gott würfelt nicht, das Schicksal schon. Und oft trifft es schon Kinder hart“, meint Vereinsmitglied Bischof Hermann Glettler zum Start der Benefizaktion im Dezember des Vorjahres. Deshalb hat der Gedächtnisverein Spendenwürfel ausgegeben mit der Bitte, Herz zu zeigen für benachteiligte, in ihrer Entwicklung beeinträchtigte, kranke und behinderte Kinder und junge Menschen. Einzelpersonen, Gruppen und Vereine haben sich nicht zweimal bitten lassen, haben kräftig auf das Spendenkonto eingezahlt. Im Aktionszeitraum von vier Monaten sind 35.000 Euro zusammengekommen. Allein die Landjugend und Jungbauern des Bezirkes Innsbruck-Stadt/Land haben in ihren über 60 Ortsstellen kräftig gesammelt und haben die Benefizaktion „Talenteförderung“ mit 11.000 Euro unterstützt. Der Tiroler Schützenbund steuerte 5.350 Euro bei, Sponsoren (TIROLER, Hypo Tirol, Tyrolia) beteiligten sich an der Initiative mit 9.000 Euro. Zur Freude von Obmann Peter Jungmann: „Das ist ganz im Sinn von Bischof Stecher, der immer wieder darauf hingewiesen hat, dass wir die Kleinen und Schwachen in der Gesellschaft nicht vergessen dürfen. Und das sind nun einmal die Kinder, die keine Standesvertretung haben, häufig Opfer häuslicher Gewalt sind und immer öfter unter Depressionen leiden“. Es gelte, sich für die Rechte von Kindern und die Förderung ihrer Anlagen, Fähigkeiten und Talente einzusetzen, so Jungmann.
Beitrag zur Kinder- und Jugendarbeit/Jugendhilfe in Tirol
Die Spenden gehen an Vereine und Einrichtungen, die sich das ganze Jahr um das Wohl von jungen Menschen bemühen, die sie beraten, betreuen, begleiten, beraten, schützen, stützen, stärken und in ihrer Entwicklung fördern – wie das „Chill Out“ in Innsbruck, die Stiftung „Marienheim“ oder der Verein „Rainbows“, der jungen Menschen hilft, einschneidende Erlebnisse wie den Tod eines Familienangehörigen zu verarbeiten und zu bewältigen. Unterstützt werden auch die Young Caritas Tirol, die einen Lehrgang entwickelt hat, der die soziale Kompetenz von Lehrlingen stärken soll, und private Initiativen wie „Märchenglück am Krankenbett“ von Barbara Beinsteiner. Die Sozialarbeiterin aus Hall besucht kranke Kinder im Krankenhaus, musiziert auf ihrer Harfe, entführt sie in die Traumwelt der Märchen und Sagen, zaubert ihnen ein Lächeln ins Gesicht und lässt die Kinder für kurze Zeit Krankheit und Leid vergessen. „Es gibt zum Glück viele Einrichtungen, die sich um benachteiligte, beeinträchtigte und belastete Kinder und Jugendliche kümmern. Wir freuen uns, ihre so wichtige und wertvolle Arbeit ein wenig unterstützen zu können“. Die Spendengelder werden in den nächsten Tagen an die Förderwerber ausgezahlt. Damit findet die zum 100. Geburtstag von Bischof Reinhold Stecher (22. Dezember 2021) ins Leben gerufene Benefizaktion „Talenteförderung“ ihren Abschluss.
Erfolgreiche Bilanz des Gedächtnisvereins
Der Gedächtnisverein plant aber bereits die nächste Hilfsaktion. Im Juni startet wieder die „Initiative Offene Herzen“, sie steht heuer ganz im Zeichen der Familien. Mit Benefizaktionen rund um den „Tag der Herzlichkeit“ am 24. Juni sollen Spenden für die Caritas-Familienhilfe Tirol gesammelt werden. Unterstützt werden sollen in Not geratene Tiroler Familien, aber auch Frauen und Kinder aus der Ukraine, die bei uns Schutz und Hilfe suchen, wie Obmann Peter Jungmann bei der General-versammlung des Gedächtnisvereins am 2. Mai im Haus der Begegnung in Innsbruck erklärt.
Der unabhängige, überkonfessionelle Verein wurde 2014 gegründet in der erklärten Absicht, das „Erbe“ von Bischof Stecher weiterzutragen, seine Werte, Anliegen und Hilfsprojekte nachhaltig zu fördern. Und es sind immer noch viele, die Stecher ein ehrendes Andenken bewahren. Der Verein zählt aktuell rund 600 Mitglieder, sie haben im Verein mit Gönnern und Sponsoren bereits über 300.000 Euro auf das Spendenkonto eingezahlt. „Bischof Stecher bewegt die Menschen immer noch, er öffnet immer noch Herzen, Hände und Geldtaschen. Gemeinsam können wir noch viel Gutes tun“, so Jungmann, der mit dem Gedächtnisverein einen Beitrag zu einer Kultur der Herzlichkeit, der Solidarität und einem guten Miteinander im Land leisten möchte.
Folgende Vereine und Einrichtungen werden über die „Bischof-Stecher-Talenteförderung“ unterstützt:
Der Verein „Arche Herzensbrücken“ ermöglicht Eltern mit kranken Kindern Erholungswochen in Seefeld und bietet die notwendige therapeutische Begleitung an. Ein Projekt des Fördervereins Kinder- und Jugendhospizarbeit Telfs.
Der Verein DOWAS „Chill Out” in Innsbruck versteht sich als Anlaufstelle für Jugendliche, die Probleme mit dem Elternhaus haben, arbeitslos sind, in finanziellen Schwierigkeiten stecken, vorübergehende eine Unterkunft brauchen.
Die Sozialpädagogische Wohngemeinschaft „CRANACH WG“ in Mils betreut und begleitet Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen 13 und 21 Jahren, die nicht bei ihren Eltern leben können. Eine Musikpädagogin soll helfen, die musischen Anlagen der Bewohnerinnen zu fördern.
Die Schwesterngemeinschaft Don Bosco in Baumkirchen führt einen Kindergarten, leistet Kinder- und Familienarbeit. Reittherapie soll zwei Mädchen im Alter von 10 und 12 Jahren aus einer einkommensschwachen, bedürftigen Familie helfen, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten.
Die private Schule ELISABETHINUM (Schulverein Seraphisches Liebeswerk) unterrichtet und betreut mehrfach-behinderte Kinder in Axams. Für die Nachmittagsbetreuuung und Freizeitgestaltung sollen mehrere Gokarts angekauft werden.
Der private Verein „Helfen mit Herz“ fördert vornehmlich kranke Kinder und ihre Familien. Das Projekt „Eine Hand voll Mut“, bringt Kindern das Thema „Helfen“ näher, Clowns besuchen Kindergärten und Schulen und ermutigen Kinder, sich für andere einzusetzen.
Das gemeinnützige Unternehmen „Jugendland Innsbruck-Arzl“ führt sozialpädagogische Wohngruppen für Mädchen und Buben, die nicht bei ihren Eltern wohnen können. Das Projekt „Tipi-Zelt“ soll zum Teambuilding beitragen, Selbstvertrauen und Resilienz stärken.
Die Jungschar der Diözese Innsbruck leistet wertvolle Kinder- und Jugendarbeit in den Pfarrgemeinden, setzt sich für ihre Interessen und Rechte ein, Werteerziehung stärkt das Miteinander. Spielefeste sollen Kindern aus der Ukraine helfen, für kurze Zeit den Schrecken des Krieges zu vergessen.
Der Verein „Lebensoart“ mit Sitz in Innsbruck begleitet Kinder und Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen. In Wörgl soll ein „LebensGoarten“ entstehen (Anbau, Ernte und Verarbeitung von Naturprodukten), ein Beschäftigungsprojekt von und für junge Menschen.
Die Stiftung „Marienheim“ bietet Angehörigen von Patienten in der Zeit des Aufenhaltes in der Klinik Innsbruck günstige Wohnmöglichkeiten. Über das Projekt „TUTU Lernhilfe“ werden Kinder mit erhöhtem Förderbedarf unterstützt, das Projekt „Sprachschatz“ bietet Sprachkurse für Kinder mit Migrationshintergrund.
Der private Verein „Märchenglück am Krankenbett“ unterstützt kranke Kinder bei ihrer Heilung. Märchenerzählerin Barbara Beinsteiner aus Hall besucht Kinder in der Klinik, spielt auf der Harfe, erzählt Märchen und Sagen und sorgt für Abwechslung im oft belasteten Klinikalltag.
Der Verein „Rainbows“ hilft jungen Menschen in ganz Tirol, einschneidende Erlebnisse wie den Tod eines geliebten Menschen zu verarbeiten und zu bewältigen. Über das Projekt „Schattenstürmer“ werden Kinder und Jugendliche therapeutisch betreut, die unter psychischen Erkrankungen ihrer Eltern leiden.
Die Young Caritas Tirol fördert das soziale Lernen von jungen Menschen. Das Projekt „Sozialzertifikat“ vermittelt Lehrlingen in einem neu geschaffenen Lehrgang soziale Kompetenzen, die helfen sollen, berufliche wie private Herausforderungen besser zu meistern.