Bischof Stecher Gedächtnisverein

Herz haben, Herz zeigen für Kinder

Am 22. Dezember 2021 wäre Bischof Reinhold Stecher 100 Jahre alt geworden. Diözese und Gedächtnisverein erinnern mit einem Gottesdienst im Dom St. Jakob an den weit über Tirol hinaus bekannten und geschätzten Seelsorger, Autor, Maler und Bergsteiger. Und sie starten die „Bischof-Stecher-Talenteförderung“, eine landesweite Benefizaktion, die benachteiligten Kindern und Jugendlichen ein Stück Zukunft schenken soll. Für Jänner sind weitere Gedenkveranstaltungen geplant.

Reinhold Stecher war viele Jahre Jugendseelsorger und Religionslehrer. Die Förderung von jungen Menschen war ihm ein Herzensanliegen. Deshalb organisiert der Gedächtnisverein zum 100. Geburtstag eine Benefizaktion für Kinder und Jugendliche, die es im Leben schwer haben. Motto: Herz haben, Herz zeigen für Kinder!
Jedes 4. Kind in Tirol ist von häuslicher Gewalt betroffen, viele junge Menschen leiden unter Versagens-, Trennungs- und Zukunftsängsten, fühlen sich allein gelassen, neigen zu Depressionen. In der Zeit der Coronapandemie ist der Druck auf junge Menschen erheblich gestiegen, sie brauchen Verständnis und Hilfe, sind sich die Experten einig, besonders dann, wenn sie in ihren Möglichkeiten eingeschränkt sind. Peter Jungmann, Obmann des Gedächtnisvereins, appelliert an alle, die Bischof Stecher in guter Erinnerung haben: „Wir dürfen gerade zu Weihnachten die Kleinen und Schwachen in unserer Gesellschaft nicht übersehen. Helfen Sie uns helfen. Unterstützen sie mit uns Vereine und Einrichtungen, die jungen Menschen Zeit und Aufmerksamkeit schenken, die sie beraten, schützen, stärken, durch Krisen begleiten und in ihrer Entwicklung fördern. Schenken Sie Hoffnung, ermöglichen Sie benachteiligten, beeinträchtigten und kranken Kindern und Jugendlichen ein Stück Zukunft. Bischof Stecher würde sich über dieses Geburtstagsgeschenk sicher sehr freuen." Persönliche Geschenke hat Reinhold Stecher immer abgelehnt, Spenden hat er aber immer gerne entgegengenommen, um auf Notlagen schnell und unbürokratisch reagieren zu können. „Er hat Nächstenliebe nicht nur gepredigt, er hat sie selber vorgelebt und hat sich damit weit über kirchliche Kreise hinaus Sympathien erworben", so Jungmann.

„Wie wir unmittelbar nach dem Krieg mit Not und Armut konfrontiert waren und wie ein Carepaket einen ganzen Strahl von Hoffnung ausgelöst hat, da habe ich mir oft gedacht: Wie schön müsste es sein, in einem Land leben zu können, das anderen helfen kann! Diesen Traum hat mir Gottes Vorsehung in meinem Leben in ungeahnter Weise erfüllt. Die Lawine des Segens rollt bis in diese Stunde!"


Reinhold Stecher – Weites Herz, fest im Glauben

Bischof Stecher hat sich immer um ein Klima der Toleranz und des Dialogs bemüht, um eine Kultur der Hilfsbereitschaft und des Miteinander. Er hat das Gemeinsame über das Trennende gestellt, hat den unseligen Kult um das Anderle von Rinn beendet und damit entscheidend zur Aussöhnung mit den Judentum beigetragen. „Die Überwindung des Antisemitismus ist der Prüfstein einer humanen Gesellschaft von morgen", so Stecher, der sich auch Verdienste um den Neubau der Synagoge in Innsbruck erworben hat und der der Kultusgemeinde einen in Israel gefertigten Chanukka-Leuchter geschenkt hat, als Zeichen seiner tiefen Verbundenheit. Kein Wunder, dass Ehrenpräsidentin Esther Fritsch Stecher als „Zaddik, als Gerechten" bezeichnet.
Stecher ist für eine offene, einladende und geschwisterliche Kirche eingetreten, hat Reformen eingemahnt und er hat sich solidarisch erklärt mit den Notleidenden, Benachteiligten und Gescheiterten über alle konfessionellen und kulturellen Grenzen hinweg. „Ich habe Reinhold Stecher als Menschen schätzen gelernt, der durch seine Person, seine Texte und Bilder vielen Menschen die Freude am Glauben und einen Zugang zum Evangelium eröffnet hat. Fest im Glauben zu stehen und ein weites Herz zu haben – darin kann Bischof Stecher auch uns heute Vorbild sein", schreibt Kardinal Christoph Schönborn in einem Grußwort an den Gedächtnisverein. Und Bischof Hermann Glettler ergänzt: „Ich habe immer wahrgenommen, wie wach Bischof Stecher auf aktuelle Entwicklungen reagiert hat. Dass die Grundmelodie der Verkündigung die Barmherzigkeit ist, wie er gesagt hat, würde ich dreimal unterschreiben."
Stecher hat in seiner Zeit als Bischof der Diözese Innsbruck wichtige soziale Akzente gesetzt, im In- und im Ausland. So hat er viel zum Auf- und Ausbau von Caritas und Vinzenzgemeinschaften beigetragen. Den Verein Arche Tirol, der behinderten Menschen ein Zuhause gibt, hat er mitbegründet, soziale Einrichtungen wie das Frauenhaus hat er nach Kräften gefördert. Stecher hat sich für die Aufnahme von Flüchtlingen eingesetzt und hat dafür gesorgt, dass Menschen „Wasser zum Leben" haben, in Afrika, Lateinamerika, aber auch in Albanien. Allein über die Versteigerung seiner Bilder sind über 1,2 Millionen Euro an Spenden zusammengekommen. „Bischof Stecher war ein großer Liebhaber der Menschen, der Natur, der Gerechtigkeit und der Wahrhaftigkeit. Als Caritas-Bischof war er eine Firewall für die Armen, Ausgegrenzten und Heimatlosen", bringt der langjährige Caritas- direktor Georg Schärmer das Wirken von Reinhold Stecher auf den Punkt.


Gedächtnisverein – Nachhaltig helfen

Die „Verpflichtung zur Solidarität" mit Menschen in Not ist Teil des Vermächtnisses von Bischof Stecher und war einer der Gründe, warum Freunde und Wegbegleiter 2014 den Gedächtnisverein gegründet haben. Peter Jungmann: „Uns war wichtig, jene Werte, Anliegen und Projekte weiter zu pflegen und zu unterstützen, die Reinhold Stecher immer wichtig gewesen sind. Denn nur wer nachhaltig hilft, hilft wirklich".
Bei seiner ehrenamtlichen, überkonfessionellen und gemeinnützigen Arbeit orientiert sich der Verein an einem Wort von Bischof Manfred Scheuer (beim Requiem am 2. Februar 2013): „Sich an Bischof Stecher erinnern heißt, Verantwortung in Kirche und Gesellschaft übernehmen, heißt heute Menschen mit Zivilcourage zu sein, die entschieden jede Form des sozialen Todes, jede Form der Ungerechtigkeit ablehnen und sich unabhängig von menschlichen Unterschieden den Notleidenden zuwenden!" Über die Initiative „Offene Herzen", den „Tag der Herzlichkeit" und andere Aktionen hat der Verein bereits über 200.000 Euro an Spenden gesammelt und an Stecher-Hilfsprojekte weiter geleitetet. Alle hoffen, dass auch die Benefizaktion „Talenteförderung" erfolgreich laufen wird. Landeshauptmann Günther Platter, eines von rund 600 Vereinsmitgliedern, hat seine Unterstützung bereits zugesagt. Auch er gehört zu denen, die Bischof Stecher ein ehrendes Andenken bewahren: „Bischof Reinhold Stecher war eine der angesehensten Persönlichkeiten unseres Landes. Wir können nur dankbar sein für alles, was er für unser Land geleistet hat. Das Land Tirol wird ihn immer in ehrender Erinnerung behalten und ich vertraue darauf, dass er von oben auf uns und unser Land schauen wird."


Benefizauktion – Herz zeigen für Kinder

Den Startschuss zur Benefizauktion „Bischof-Stecher-Talenteförderung" wird Vereinsmitglied Bischof Hermann Glettler zum 100. Geburtstag am 22. Dezember bei einem Gedenkgottesdienst im Dom von St. Jakob (18.00 Uhr) geben. Der Gedächtnisverein wird Spendenwürfel ausgeben, die mit einer Zeichnung von Bischof Stecher versehen sind und daran erinnern sollen, dass es gerade Kinder und Jugendliche sind, die unsere Hilfe brauchen.
Die Aktion läuft vorerst einmal bis Ende März 2022, der Erlös kommt Vereinen und Einrichtungen zugute, die sich das ganze Jahr über um das Wohl von jungen Menschen bemühen, wie zum Beispiel der Verein „Rainbows", der jungen Menschen hilft, einschneidende Erlebnisse wie den Tod eines Familienangehörigen zu verarbeiten und zu bewältigen. Für das neue Projekt „Schattenstürmer" (Hilfe im Umgang mit psychisch kranken Eltern) hat Rainbows bereits beim Gedächtnisverein um finanzielle Unterstützung angesucht. In Mils sucht eine sozialpädagogische Wohngemeinschaft eine Pädagogin (Studentin), die mit Mädchen im Alter zwischen 13 und 18 Jahren musiziert, spielt, singt und tanzt und mithilft, ihre musischen Fähigkeiten zu entdecken und zu fördern. Der Verein „LebensOart" fragt nach Unterstützung für ein Gartenbauprojekt in Wörgl, das jungen Menschen eine sinnvolle Beschäftigung bietet. Die Young Caritas hat einen Lehrgang entwickelt, der die soziale Kompetenz von Lehrlingen stärken soll. Auch das „Sozialzertifikat" hat seinen Preis und soll über die Benefizaktion „Talenteförderung" gestützt werden. So wie die private Initiative „Märchenglück am Krankenbett" von Barbara Beinsteiner. Die Sozialarbeitern aus Hall besucht kranke Kinder im Krankenhaus, musiziert auf ihrer Harfe, entführt sie in die Traumwelt der Märchen und Sagen, zaubert ihnen ein Lächeln ins Gesicht und lässt die Kinder für kurze Zeit Krankheit und Leid ver- gessen. Ein Projekt, ganz nach dem Geschmack von Reinhold Stecher, der sein Leben mit viel Humor und Gottvertrauen gelebt hat.
Bis Ende des Jahres können Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit noch um Fördermittel ansuchen, im Frühjahr sollen die Spenden dann an die Projektwerber weitergegeben werden, auch als Danke für ihre so wichtige und wertvolle Arbeit. 

Ein Zeichen setzen wollen auch namhafte Tiroler Unternehmen wie die Hypo Tirol Bank, die TIROLER-Versicherung oder der Tyrolia-Verlag. Sie unterstützen die Benefizaktion ebenso wie viele Pfarrer, ReligionslehrerInnen und kirchliche Mitarbeiter, wie die Jungbauernschaft/Landjugend des Bezirkes Innsbruck Stadt-Land unter Theresa Gratl, Elisabeth Zangerl und Daniel Nairz (geben Spendenwürfel an ihre über 60 Ortsgruppen weiter) oder wie der Bund der Tiroler Schützenkompanien unter Major Thomas Saurer, der die Kompanien eingeladen hat, sich an der Aktion zu beteiligen. Es gilt, was uns Bischof Stecher ins Stammbuch geschrieben hat: „Heimat wächst nur im Golfstrom menschlicher Wärme".

Das Spendenkonto zur „Bischof-Stecher-Talenteförderung":

Hypo Tirol Landesbank
IBAN: AT62 5700 0300 5336 1754
Kennwort „Talente"


100. Geburtstag – Veranstaltungen und Aktionen

Der ORF Tirol widmet Reinhold Stecher ein Österreich-Bild, gestaltet von Georg Laich. Die 25- minütige Dokumentation mit Archivaufnahmen und Interviews von Wegbegleitern trägt den Titel „Das Vermächtnis des Bischofs – 100 Jahre Reinhold Stecher" und fragt nach dem geistlichen „Erbe" des früheren Innsbrucker Oberhirten, der sich auch als Buchautor und Maler einen Namen gemacht hat. Sonntag, 19. Dezember, 18.25 Uhr, ORF 2.

Radio Tirol erinnert in der Sendung „Über Gott und die Welt" an Bischof Stecher. Am Donnerstag, 16. Dezember unter dem Titel „Unvergessen" und am 30. Dezember unter dem Titel „Alles für die Katz" (Weihnachten in Tirol), jeweils ab 21.05 Uhr.

Am Mittwoch, 22. Dezember 2021, laden Diözese Innsbruck und Gedächtnisverein zu einem feier- lichen Gedenkgottesdienst in den Dom von St. Jakob (18.00 Uhr). Bischof Hermann Glettler wird dem Gottesdienst vorstehen, musikalisch gestaltet wird die Feier von Domkapellmeister Christoph Klemm. Start der Benefizaktion „Bischof-Stecher-Talenteförderung". Die Gläubigen sind herzlich eingeladen, es gelten die Coronaregeln (Abstand halten, Maskenpflicht).

Der Tyrolia-Verlag würdigt Reinhold Stecher mit dem Lesebuch „Herz ist Trumpf", herausgegeben von Nachlassverwalter Paul Ladurner. Das Buch versammelt die bewegendsten Erzählungen, Predigten und Gedanken aus dem Schaffen von Bischof Stecher und spannt den Bogen von dramatischen Erinnerungen an Krieg und Diktatur über biblische Betrachtungen bis hin zu heiter- besinnlichen Texten, die in Begegnungen und Alltagserfahrungen das Licht eines liebenden Gottes erahnen lassen. Zum Preis von Euro 20,- im Buchhandel.

Die Österreichische Post hat zum 100. Geburtstag eine neue Weihnachtsmarke herausgegeben. Die 100-Cent-Marke zeigt die Kirche St. Margarethen in Pfons im Wipptal nach einem Motiv von Reinhold Stecher. Stecher hat das Bild eigens für die Mesnerin Antonia Gamper gemalt – als Ausdruck seiner Wertschätzung für ihre langjährige ehrenamtliche Mitarbeit in der Pfarre.

Im Jänner folgen dann noch zwei Veranstaltungen:
Die Universität Innsbruck lädt zum Symposium über das Leben und Werk von Bischof Reinhold Stecher in den Kaiser-Leopold-Saal. Stecher hat das kirchliche und gesellschaftliche Leben in Tirol über Jahr- zehnte mitgeprägt, er war eine der größten Persönlichkeiten der jüngeren Geschichte Tirols. Die Universität hat Stecher für seine Verdienste um die Schaffung eines „Klimas der Toleranz und des Dialogs" mit dem Ehrendoktorat ausgezeichnet und fragt jetzt zum 100. Geburtstag nach Werten und Haltungen, die Kirche und Gesellschaft zukunftsfit machen können. Mit Paul-Michael Zulehner u.a. Donnerstag, 20. Jänner 2022, Podiumsdiskussion mit Zeitzeugen (19.00 Uhr). Freitag, 21. Jänner 2022, Vorträge und Referate (8.30 bis 18.30 Uhr). Innsbruck - Theologische Fakultät, Karl-Rahner-Platz 3.

„Mit Leben anstecken." Unter dieser Überschrift lädt der Chor der Universität Innsbruck unter der Leitung von Georg Weiss zum Gedächtniskonzert. Zum ersten Mal werden Stecher-Gedichte in vertonter Form zu hören sein. Andrea Oberparleiter singt die Sopransoli, Fausto Quintaba vom Mozarteum begleitet den Chor am Klavier, Rezitationen von Schauspieler Günter Lieder. Ein besonderes Hörerlebnis, nicht nur für Stecher-Fans. Samstag, 22. Jänner 2022, 19.30 Uhr, Innsbruck – Haus der Musik. Eintrittskarten über Ö-Ticket.

Für den Gedächtnisverein –
mit einem herzlichen Danke und den
besten Wünschen für einen guten Advent
Peter Jungmann, Obmann

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