Reinhold Stecher hat in Hochrum seinen Lebensabend verbracht – ein neuer Steinbrunnen erinnert an den „Bischof der Herzen“, der selber ein Brunnenbauer gewesen ist. Die Einweihung mit Festakt und Lesung fand am Donnerstag, den 8. Oktober statt.
Zur Erinnerung
Nach seinem Rücktritt als Bischof der Diözese Innsbruck 1997 übersiedelt Reinhold Stecher vom Domplatz in ein Personalhaus der Privatklinik Hochrum. Im Sanatorium der Kreuzschwestern wirkt Stecher über 16 Jahre als Priester und Seelsorger, in seiner Wohnung in der Lärchenstraße schreibt er an seinen Predigten, Vorträgen und Büchern und malt stundenlang an seinen Bildern, die er entweder verschenkt oder für einen guten Zweck versteigern lässt. Mit dem Erlös aus den Auktionen der Aquarelle finanziert Stecher Brunnenbauprogramme in Afrika, Albanien und Brasilien und sorgt dafür, dass auch Menschen in armen Gegenden der Welt bekommen, was sie zum Leben brauchen - Wasser. Die Zeit in Hochrum – für Stecher „die schönsten Jahre meines Lebens“.
Bischof Stecher – Brunnenbauer
Der neue, aus Stein gefertigte Brunnen im Eingangsbereich der Privatklinik Hochrum erinnert daran, dass der 2013 verstorbene ehemalige Bischof der Diözese Innsbruck ein Brunnenbauer mit Wasserfarben und ein Seelsorger mit Herz gewesen ist. „Es waren Bilder der Hoffnung, die Bischof Stecher gemalt hat. Er hat vielen Menschen eine neue Perspektive eröffnet“, so Peter Jungmann, der Obmann des Bischof-Stecher-Gedächtnisvereins, der den Brunnen initiiert hat. Mit der Errichtung des Brunnens verbindet der Verein auch die „Verpflichtung zur Solidarität mit den Durstenden“ unserer Zeit, wie das Bischof Stecher einmal bei der Benefizauktion „Wasser zum Leben“ formuliert hat: „Wenn ich an die Ausläufe mit reinem Quellwasser in meiner Wohnung denke und zugleich an die verdurstenden Siedlungen der Welt, die wasserschleppenden Frauen und Kinder, die schmutzigen Pfützen, aus denen man mit dem Wasser unzählige Krankheitskeime schöpft – dann fällt über den sprudelnden Wassersegen meiner Heimat aber auch ein Schatten und mit ihm eine Verpflichtung zur Solidarität mit den Durstenden.“
Brunnen aus Osttirol
Das Stück Fels für den Stecher-Brunnen stammt aus dem Gebiet des Großvenediger (Osttirol), in dem der ehemalige Bischof der Diözese Innsbruck (1981-1997) wiederholt Bergtouren unternommen hat. Behauen hat den Serpentin, der als besonders hart, wetterbeständig, farbecht und daher sehr wertvoll gilt, Steinmetz Raimund Gröfler aus Prägraten, künstlerisch gestaltet hat ihn Lois Fasching, Bildhauer aus Dölsach. Er lässt das Wasser fließen, vorbei an einem Bronzerelief (gegossen von Walter Rom aus Kundl), das den ihm Gras liegenden Bischof mit jener Geis zeigt, die ihm bei einem Ausflug auf die Alm die gerade fertiggestellten Predigten aufgefressen hat. Diese Anekdote hat Reinhold Stecher immer wieder schmunzelnd erzählt. Er hat sein Leben gelebt – mit Humor und im Vertrauen auf einen Gott, der mit seiner grenzenlosen Liebe alles und alle umfängt. Auch daran soll der neue Stecher-Brunnen vor der Privatklinik Hochrum erinnern.