Bischof Stecher Gedächtnisverein

Zum 10. Todestag von Bischof Stecher

Gedenktafel, Feierabend, Gottesdienst, Spende

Zehn Jahre ist es jetzt her, dass Bischof Reinhold Stecher gestorben ist. Bischof Stecher hat das kirchliche und gesellschaftliche Leben in Tirol mitgestaltet und mitgeprägt. Er hat Spuren im Land hinterlassen und er hat dem christlichen Glauben ein Gesicht gegeben.

Zur Erinnerung an den Ehrenbürger der Stadt Innsbruck hat der Bischof-Stecher-Gedächtnisverein am 27. Jänner 2023 an seinem Geburtshaus in der Anton-Rauch-Straße 33 in Mühlau eine von Bildhauer Peter Kuttler angefertigte Marmortafel anbringen lassen. Im Beisein von Hausbesitzerin Irmgard Lantos, Bischof Hermann Glettler, Vizebürgermeister Hannes Anzengruber und Vorstandsmitgliedern des Gedächtnisvereins.


Stecher hat die ersten 12 Lebensjahre in Mühlau verbracht. Mit seiner Familie, seinen Eltern Rosa und Heinrich sowie den Brüdern Helmut und Gottfried hat er das von seinem Großvater 1908 erbaute Haus bewohnt. Stecher hat von seiner Kindheit immer als „Paradies" gesprochen, die Jugendzeit konnte er nicht mehr genießen. Stecher musste nach der Matura als junger Bursche zuerst zum Reichsarbeitsdienst, dann zur Wehrmacht und als Funker an die Front. Nach dem Tod des Vaters 1928, da war der kleine Reinhold noch nicht einmal sieben Jahre alt, ist die Familie in die Innenstadt gezogen, weil sie sich das Leben im Haus nicht mehr leisten konnte.

Feierabend und Gedenkgottesdienst
Bei einem „Feierabend" im Pfarrsaal der Pfarre Mühlau erinnerten Wegbegleiter und Freunde an Reinhold Stecher: Bürgermeister Georg Willi, Pfarrkurator Raimund Eberharter, der ehemalige Generalvikar Klaus Egger und Prof. Peter Stöger erzählten von persönlichen Begegnungen. Alle waren sich einig – Bischof Stecher war eine charismatische Persönlichkeit mit einer großen Ausstrahlung, die immer noch nachwirkt.

Bischof Hermann Glettler hat Reinhold Stecher vor kurzem einmal als „Jahrhundertbischof" bezeichnet. Bei seiner Predigt beim Gedenkgottesdienst im Innsbrucker Dom erinnerte Glettler an Stecher als einen Brückenbauer, bei dem die Haltung der Toleranz wohl schon in der frühen Kindheit – eben zuhause in Mühlau – grundgelegt worden sei. Seine Mutter habe zu ihm gesagt: Du kommst jetzt in die Schule. Und du wirst in deiner Klasse eine Menge Schulkameraden haben, die einen etwas anderen Glauben oder eine andere politische Einstellung haben als wir. Reinhold schau, dass niemand durch das, was du sagst oder tust, verletzt wird. Das, so Glettler, sei eine bleibende, nachhaltige Programmierung seiner Seele gewesen, eine nachhaltig positive Prägung.

„Bischof Reinhold, der den Naziterror und Krieg selbst erlebt hat, bemühte sich ein Leben lang um ein tieferes Verständnis der verlässlichen Friedensbotschaft Jesu – als Lehrender in fast allen Schultypen und in der Lehrerausbildung, sowie als unermüdlicher Erzähler und Prediger. Er hat damit Horizonte geweitet und unzählige Herzen „programmiert" – bis zuletzt mit wortkreativer, bildstarker Sprache. Meinen Dank an ihn verpacke ich in acht Seligpreisungen in zeitgemäßer Formulierung:

Selig die, die sich nicht von Aggressionen und Gehässigkeiten treiben lassen – sie werden Freiräume für Begegnungen schaffen. Stecher hatte eine instinktive Aversion gegen Fanatismen aller Art.

Selig, die ihr Fähnchen nicht nach dem zeitgeistigen Wind richten – sie werden vielen Fragenden Orientierung geben können. Ich denke an Stechers Klarheit bei Themen wie Abtreibung und Asyl.

Selig die, die sich nicht von der unstillbaren Gier nach Immer-Mehr leiten lassen – sie werden Mensch und Natur entlasten. Bischof Stecher war ein Meister dankbarer Achtsamkeit vor Gottes Schöpfung.

Selig, die ihre Position zum Wohl aller nützen – sie werden zur Eigenverantwortung und zur Gemeinschaft ermutigen. Bischof Reinhold hasste Aufblähungen jeglicher Macht und Autorität.

Selig, die zu guten und fairen Kompromissen bereit sind – sie werden Einheit stiften und zum sozialen Frieden beitragen. Stecher hat sich konsequent für Benachteiligte eingesetzt, mit Wort und Pinsel.

Selig, die den Humor nicht verlieren und auch über sich selbst lachen können – sie werden die Lasten des Lebens erleichtern. Humor und anstiftende Lebensfreude von Bischof Reinhold sind legendär.

Selig, die ihr eigenes Versagen annehmen und um Vergebung bitten können – sie werden viele Gescheiterte aufrichten. Gottes Barmherzigkeit war der rote Faden in Stechers Verkündigung.

Selig, die sich für das kindliche Staunen und den Glauben nicht schämen – sie sind Lehrmeister eines geistvollen Lebens. Der Bischof, dessen 10. Todestag wir heute begehen, war einer von ihnen."

Spende für Indienhilfe
Bischof Hermann Glettler war gerade einige Zeit in Indien. Dort hat er kirchliche und karitative Einrichtungen besucht, unter anderem ein Krankenhaus in der Region Kerala. Das ärztliche Personal kann leider nicht so arbeiten, wie es gerne möchte, für medizinisch-technische Geräte fehlt schlicht und einfach das Geld. Das Labor braucht dringend eine Blutanalyse-Maschine. Wir haben uns spontan mit einer Spende von 3.000 Euro an der geplanten diözesanen Hilfsaktion beteiligt – in der Annahme, dass auch Bischof Stecher so gehandelt hätte.

Danke allen, die mit uns die Erinnerungskultur pflegen, das „Erbe" von Bischof Stecher weitertragen und die versuchen, die Welt ein kleines Stück besser zu machen. Danke für die Mitgliedsbeiträge und Spenden!

Gemeinsam können wir noch viel Gutes bewirken!
Für den Gedächtnisverein Peter Jungmann, Obmann.

 

 

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