Bischof Stecher Gedächtnisverein

Zu Gast bei der Hospizgemeinschaft

Den Tagen mehr Leben geben

Bei der Jahreshauptversammlung im März haben wir nicht nur das neue Haus der Tiroler Hospizgemeinschaft in Hall besichtigt, wir haben auch einen Eindruck gewonnen von der so wichtigen Arbeit mit kranken und sterbenden Menschen.

Für die, die gehen, und für die, die bleiben. Das neue Hospizhaus Tirol wurde auf dem Areal des Landeskrankenhauses, Milser Straße 23, errichtet. Von den Architekten Sybille Caspar und Paul Wichert hell, offen und einladend gestaltet, bietet es Platz für eine Hospizstation mit 14 Betten und ein Tageshospiz, in dem Menschen in ihrer letzten Lebensphase auch tageweise betreut und begleitet werden können, um Angehörige in der Pflege zu entlasten. 

Die Hospizgemeinschaft betreut schwer kranke, sterbende Menschen und ihre Angehörigen aber auch in ihrer vertrauten Umgebung, zuhause oder im Heim, mit mobilen Teams in allen Bezirken. Eine eigene Akademie sorgt dafür, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut auf ihre verantwortungsvolle Arbeit vorbereitet werden. So wird zum Beispiel ein „Letzte-Hilfe-Kurs“ angeboten, der eine Handlungsanleitung bieten soll für den Umgang mit Krankheit, Sterben und Tod. Über 250 Personen arbeiten derzeit ehrenamtlich als Hospizbegleiter, zeigen Herz, schenken Menschen in ihrer letzten Lebensphase von ihrer Zeit und versuchen, den Tagen mehr Leben zu geben.

Bischof Reinhold Stecher hat die Arbeit der Hospizgemeinschaft immer sehr geschätzt. Bei seinen Gottesdiensten zu Maria Lichtmess im Hospiz hat er den Ärztinnen und Ärzten, Pflegerinnen und Pflegern immer wieder seinen Dank für ihre einfühlsame, liebevolle Begleitung der Kranken und Stebenden ausgesprochen:

„Es ist nicht nur die Kunst moderner Schmerztherapien, die manches leichter macht – es ist das Klima von Ehrfurcht gegenüber dem Leben und dem Tod und die damit verbundene Zuwendung zum Menschen, der beim Gang über die große Brücke nicht allein sein möchte. Und es ist der respektvolle Umgang mit dem jeweiligen Gewissen und der Überzeugung des Patienten, der alle aufdringliche Vereinnahmung vermeidet, auch wenn die Wurzeln dieser Hospizbewegung tief in der christlichen Botschaft verankert sind. Ich habe diese Dankbarkeit der Betroffenen oft erlebt. Was hat ein priesterlicher Freund vor seinem Heimgang zu mir gesagt: Ich fühle mich hier wie in einem Viersternehotel – und bin voller Erwartung. Ich weiß, dass Sterben auch ein anderes, kaltes, herzloses Ambiente haben kann“ (Auszug aus einer Predigt aus dem Jahr 2011).

Es ist also wohl ganz im Sinn von Reinhold Stecher, wenn wir als Gedächtnisverein die Arbeit der Hospizgemeinschaft unterstützen. Bei der Jahreshauptversammlung haben wir daher an die Vorsitzende, Elisabeth Zanon, eine Spende von 5.000,- Euro übergeben. Im Gegenzug ist Geschäftsführer Werner Mühlböck spontan unserem Verein beigetreten. Danke allen, die das ganze Jahr über Herz zeigen und für andere da sind!

Zahlen und Fakten zur Vereinsarbeit

Über Mitgliedsbeiträge, Gönner und Sponsoren sind im Vorjahr an die 50.000, Euro in den Spendentopf geflossen. Geld, mit dem vor allem jene Hilfsprojekte gefördert werden, die Bischof Stecher zeitlebens ein Herzensanliegen gewesen sind wie etwa die Arche Tirol, die behinderten Menschen ein Zuhause bietet (Bischof-Stecher-Archehaus Steinach) oder die Vinzenzgemeinschaften Tirols. Die Zahl der Mitglieder ist auf 550 gestiegen.

Schecküberreichung an die Vorsitzende der Hospizgemeinschaft, Elisabeth Zanon.

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